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Sesam (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health)

 

Basel. sda/baz, März 2008: Die umstrittene Kernstudie des Nationalen Forschungsschwerpunks „sesam“ zur psychischen Gesundheit steht vor dem Aus: Das Leitungsgremium beantragt mangels genügender Teilnehmender beim Schweizerischen Nationalfonds die Einstellung.

 

Das angestrebte Ziel, innert zwei Jahren mehrere Tausend Studien- teilnehmende zu rekrutieren, könne nicht mehr erreicht werden, teilte das „sesam“-Leitungsgremium (SEC) in Basel am Donnerstag, 13.3.08 mit. Unter diesen Umständen könne die Studie in der geplanten Form nicht erfolgreich durchgeführt werden.

 

„sesam“ (Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health) wollte durch das Beobachten von 3000 Familien während 20 Jahren Erkenntnisse über die psychische Gesundheit gewinnen. „sesam“-Basis ist die Universität Basel; beteiligt sind daneben Forschende in Genf, Lausanne, Bern und Zürich.

 

Erst knapp zwei Dutzend

 

In Basel hätten sich jedoch erst knapp zwei Dutzend Mütter von Kleinkindern zu Teilnahme bereit erklärt, hiess es beim SEC auf Anfrage. Basel hatte eine Leitfunktion: Teilnehmende wurden hier schon seit Oktober 2007 gesucht, anderswo wurde dagegen, wie in Bern, erst vor kurzem damit begonnen, oder die Projekte sind noch gar nicht bewilligt.

 

Das SEC gibt somit die Kernstudie auf. Weiterführen möchte es dagegen Teilstudien, bei denen die Teilnehmenden unabhängig von der Kernstudie rekrutiert werden. Zudem solle die zentrale wissen- schaftliche Fragestellung - die Erforschung von Faktoren für die gesunde seelische Entwicklung - weiter untersucht werden.

 

Dazu seien bereits umfangreiche wissenschaftliche Vorarbeiten geleistet worden, zu denen erste Ergebnisse vorlägen, hiess es in der Mitteilung. Eigens geschaffen wurde auch die nötige Infrastruktur. Auch der Antrag auf Weiterführung der Teilstudien müsste aber laut Auskunft des SEC vom Nationalfonds bewilligt werden.

 

Die Ethik-Kommissionen beider Basel hatten dem Projekt vor Jahresfrist zugestimmt. Allerdings formulierten sie sieben Auflagen. Nicht gestattet wurde dabei die Gewebeentnahme zwecks Unter- suchung der genomischen DANN bei Kindern. Insbesondere dieses Vorhaben hatte zuvor zu anhaltender Kritik geführt.

 

Balser Appell: „Riesenflopp“

 

Der Basler Appell gegen Gentechnologie, der 2006 eine Petition mit 12‘000 Unterschriften gegen das Projekt eingereicht hatte, sprach von einem teuren „Riesenflop“ und einem „Desaster für die Leitung des Projekts“, die seit Monaten Dutzende von Mitarbeitenden beschäftige.

 

Peinlich sei der Verzicht aber auch für die Universität Basel und den Nationalfonds, hiess es in einer Mitteilung weiter. Es sei zu hoffen, dass der Nationalfonds, der Millionen an das Prestigeprojekt gezahlt habe, aus der „unglaublichen Fehlinvestition öffentlicher Gelder eine Lehre zieht“.

Sesam gescheitert

 

Eine hochwissenschaftliche Studie zur Erforschung von psychischen Störungen ist gescheitert.

 

Ein genetischer und psycho- sozialer Code hätte geknackt werden sollen.

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